Es ist ein kraftvolles Zeichen für mehr Inklusion und Teilhabe in Rhein-Berg: InBeCo, die Servicestelle für Inklusion in der Freizeit, ist umgezogen und eröffnete am Mittwoch im alten Ladenlokal des „Büggel“ an der Ecke Paffrather Straße/Grüne Ladenstraße feierlich seine Türen.
InBeCo setzt sich für den Ausbau von inklusiven Freizeitmöglichkeiten ein und hilft Vereinen, Freizeitanbietern oder öffentlichen Verwaltungen, mögliche Zugangsbarrieren zu beseitigen. Bestehende Akteure und Initiativen werden vernetzt und gestärkt. „Immer geht es darum, dass Menschen mit Behinderung ‘mitgedacht‘ werden“, erläutert Katharina Kaul, die Leiterin von InBeCo. Die Beratungsstelle wirkt daran mit, Strukturen so anzupassen, dass Menschen mit Behinderung an allen Angeboten zur Freizeitgestaltung teilnehmen können – und das im ganzen Rheinisch-Bergischen Kreis. Das Beratungsangebot wird besonders von Familien mit behinderten Kindern in Anspruch genommen, ist aber nicht darauf beschränkt.
„Auf der anderen Seite unterstützen wir Menschen mit Behinderung in jeder Altersgruppe dabei, in ihrer Freizeit ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft einzunehmen“, beschreibt Kaul ihre Arbeit. Selbstverständlich sei das leider noch nicht. Das solle sich ändern, und darum habe InBeCo einen neuen Standort in der Stadtmitte von Bergisch Gladbach bezogen.
InBeCo bedeutet „Inklusion, Beratung, Coaching“ und existiert seit acht Jahren. Die Servicestelle gehört zur Katholischen Jugendagentur Leverkusen, Rhein-Berg, Oberberg, die 65 weitere Beratungsstellen, Kitas, Offene Ganztagsschulen, Wohnheime und Jugendzentren betreibt.
Vorangetrieben wurde es in seinen Anfängen und bis heute ganz entscheidend durch Martin Schäfer, Referatsleiter der Katholischen Jugendagentur. „Teilhabe ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht“, führte Schäfer in seiner Begrüßung aus. Er dankte insbesondere dem Amt für Soziales und Inklusion des Rheinisch-Bergischen Kreises für seine Unterstützung. Dass die Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen trotz aller Sparbemühungen in den öffentlichen Haushalten immer noch einen hohen Stellenwert in Rhein-Berg besitze, sei nicht selbstverständlich, betonte Schäfer.
Mehr Sichtbarkeit für Inklusion erhofft sich Katharina Kaul vom Standort in der Stadtmitte. Das scheint zu funktionieren, denn die Gäste kamen zahlreich. Kaul stellt an diesem Tag klar, dass Inklusion mehr ist als ein Konzept: „Sie ist eine Haltung, die sich kompromisslos zum ‚Wir‘ bekennt. Zum Miteinander aller Menschen, unabhängig von Unterschieden, Fähigkeiten oder vermeintlichen Schwächen.“ Eine solche Haltung baue Brücken zwischen den Menschen.
Diesen Gedanken teilt auch Thomas Fischer-Wesselmann, Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur: „Unsere Gesellschaft kann es sich gerade gar nicht leisten auszugrenzen. Wir brauchen die Möglichkeit für jeden teilzuhaben. Darum laden wir an diesem freundlichen Ort dazu ein, hereinzukommen und sich daran zu beteiligen, unsere Gesellschaft vielfältig und bunt zu machen.“ Sein Dank gilt dabei auch Entscheidern auf politischer Ebene, die das Thema Inklusion unterstützen und sich für Projekte wie InBeCo stark machen.
Der Wille zu positiver Veränderung war sehr greifbar an diesem Nachmittag. Dem hat auch Kreisdechant Norbert Hörter Rechnung getragen, der diesen Raum, der für Offenheit und Zugänglichkeit steht, in einer herzlichen Zeremonie gesegnet hat.
InBeCo - Servicestelle für Inklusion in der Freizeit
Paffrather Str. 5
51465 Bergisch Gladbach
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-13 Uhr,
Mi auch 14-16 & nach Vereinbarung
Telefon: 02202 936 22 30